Home Blog erstellt am: : 12/01/08 Zuletzt aktualisiert : 13/05/09 17:27 / 191 veröffentlichte Einträge
 

Poesie

Poesie: Nikolaus Lenau - Liebesfeier  (Poesie) Verfasst: Dienstag, den 08. April 2008 00:39

Nikolaus Lenau gehört zu den Künstlern, die mich mit ihrer bildhaften Sprache immer sehr inspirieren konnten. Dieses folgende Gedicht von ihm ist ein Paradebeispiel dafür:

 

 

Liebesfeier

 

An ihren bunten Liedern klettert

Die Lerche selig in die Luft;

Ein Jubelchor von Sängern schmettert

Im Walde voller Blüt und Duft.

 

Da sind, so weit die Blicke gleiten,

Altäre festlich aufgebaut,

Und all die tausend Herzen läuten

Zur Liebesfeier dringend laut.

 

Der Lenz hat Rosen angezündet

An Leuchtern von Smaragd im Dom,

Und jede Seele schwillt und mündet

Hinüber in den Opferstrom.

 

Permalink

Poesie: Theodor Körner - Der Morgenstern  (Poesie) Verfasst: Dienstag, den 26. Februar 2008 13:12

Dieses Gedicht von Theodor Körner schafft es mich aufgrund der "sonnigen" Thematik immer wieder aufs neue zu erfreuen. 

Nachfolgend werde ich jedoch nur die ersten drei (von sieben) Strophen veröffentlichen, da mir diese schlichtweg am besten gefallen und sie zudem sehr gut ohne den Rest gelesen werden können.

 

Der Morgenstern

 

Stern der Liebe, Glanzgebilde,

Glühend wie die Himmelsbraut,

Wanderst durch die Lichtgefilde,

Kündend, daß der Morgen graut.

 

Freundlich kommst du angezogen,

Freundlich schwebst du himmelwärts,

Glitzernd durch des Äthers Wogen,

Strahlst du Hoffnung in das Herz.

 

Wie in schäumenden Pokalen

Traubenpurpur mutig schwellt,

So durchleuchten deine Strahlen

Die erwachte Frühlingswelt. 

Permalink

Poesie: Johann Christian Günther - Das Feld der Lüste  (Poesie) Verfasst: Mittwoch, den 20. Februar 2008 20:06

Poesie ist, wie man durchaus weiß, überaus vielfältig und dass man sogar die pure Wollust lyrisch zum Ausdruck bringen kann, wird wunderbar von Johann Christian Günther im folgenden Gedicht unter Beweis gestellt.

Man kann "es" eben auch anders ausdrücken... ;-)

 

Das Feld der Lüste

 

Eröffne mir das Feld der Lüste,

Entschleuß die wollustschwangre Schoß,

Gib mir die schönen Lenden bloß,

Bis sich des Mondes Neid entrüste!

Der Nacht ist unsrer Lust bequem,

Die Sterne schimmern angenehm

Und buhlen uns nur zum Exempel.

Drum gib mir der Verliebten Kost,

Ich schenke dir der Wollust Most,

Zum Opfer in der Keuschheit Tempel. 


Permalink

Poesie: Joseph von Eichendorff - Mondnacht  (Poesie) Verfasst: Sonntag, den 17. Februar 2008 16:36

Ein wunderschön verträumtes Gedicht von Joseph Freiherr von Eichendorff, das mir persönlich immer wieder ein sanftes Lächeln ins Gesicht zaubert...

 

Mondnacht

 

Es war, als hätt der Himmel

Die Erde still geküßt,

Daß sie im Blütenschimmer

Von ihm nun träumen müsst.

 

Die Luft ging durch die Felder,

Die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis die Wälder,

So sternklar war die Nacht.

 

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus. 

 

Permalink

Poesie: Hans von Gumppenberg - Sommermädchenküssetauschelächelbeichte  (Poesie) Verfasst: Freitag, den 15. Februar 2008 15:55

Nicht vom Titel abschrecken lassen. Diese wunderbare Zungenbrecher-Lyrik von Hans von Gumppenberg geht nach wiederholten Leseversuchen luftiglockerfederwolkenleicht über die Lippen - und dann macht sie verdammt viel Spaß.

 

Sommermädchenküssetauschelächelbeichte

 

An der Murmelrieselplauderplätscherquelle

Saß ich sehnsuchtstränentröpfeltrauerbang:

Trat herzu ein Augenblinzeljunggeselle

In verweg'nem Hüfteschwingerschlendergang,

Zog mit Schäkerehrfurchtsbittegrußverbeugung

Seinen Federbaumelriesenkrämpenhut -

Gleich verspürt' ich Liebeszauberkeimeneigung,

War ihm zitterjubelschauderherzensgut.

Nahm er Platz mit Spitzbubglücketückekichern,

Schlang um mich den Eisenklammermuskelarm:

Vor dem Griff, dem grausegruselsiegesichern,

Wurde mir so zappelseligsiedewarm.

Und er rief: "Mein Zuckerschnuckelputzelkindchen,

Welch ein Schmiegeschwatzeschwelgehochgenuss!"

Gab mir auf mein Schmachteschmollerosenmündchen

Einen Schnurrbartstachelkitzelkosekuss.

Da durchfuhr mich Wonneloderflackerfeuer -

Ach, das war so überwindewundervoll.

Küßt' ich selbst das Stachelkitzelungeheuer,

Sommersonnerauschverwirrungsrasetoll.

Schilt nicht, Hüstelkeifewackeltrampeltante,

Wenn dein Nichtchen jetzt nicht knickeknirschekniet,

Denn der Plauderplätscherquellenunbekannte

Küßte wirklich wetterbombenexquisit.

 

Einfach wundervoll. Schnell und flüssig gelesen bereitet dieses Gedicht irgendwie erstaunlich gute Laune. Mir zumindest...

 

*hihi* 

Permalink