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Kino & TV

Reich-Ranicki und das deutsche Fernsehen: Ein Kommentar  (Kino & TV) Verfasst: Mittwoch, den 15. Oktober 2008 14:29

Die langen Gesichter im Publikum sprachen für sich, als Marcel Reich-Ranicki den Deutschen Fernsehpreis bei der gleichnamigen Preisverleihung ablehnte und über den "Blödsinn" im Fernsehen schimpfte.

Hinterher gab es unter den großen und kleinen Fischen, ja sogar unter dem Plankton des Fernsehplanschbeckens große Unsicherheit. Entweder man gab Ranicki Recht und musste u.U. das eigene TV-Dasein abwerten oder man verteidigte das Fernsehen mit all seinen "Entertainment-Formaten" als natürliche Erscheinung unserer Zeit und witzelte über Ranicki wie über ein Kleinkind, das keine Ahnung hat was in der großen weiten Welt passiert. Fehlte nur noch, dass man ihm Spitznamen wie Marcel Fantasiereich-Ranicki oder Reich-Raffnixi gab.

Doch was ist mit dem Zuschauer? Ist er es denn nicht, der letztendlich die Macht über das Programm hat? Die Bewohner der Fernsehlandschaft bräuchten sich eigentlich weder zu rechtfertigen noch zu erklären, warum sie das machen, was sie machen. Stichwort Angebot und Nachfrage. Das Fernsehen hat sich seit seinem Bestehen stets dem Zeitgeist angepasst, sodass man das heutige Programm tatsächlich nur als Reaktion auf die Bedürfnisse der Zuschauer betrachten kann.

Sicherlich ist das Fernsehen immer der Initiator, wenn es darum geht die Zuschauer mit immer wieder neuentwickelten Sendungen zu ködern und süchtig zu machen, doch ist besagter Zuschauer nicht zum Zuschauen gezwungen. Man muss dabei folgendes berücksichtigen: Das Fernsehen ist nicht unser Freund, genausowenig wie es zum Beispiel Zigaretten sind. Das sind falsche Freunde, die uns das geben was wir wollen, weil wir es getestet und für gut befunden haben. Egal ob bewusst oder unbewusst. Denn so wie man wie selbstverständlich zur Zigarette greift, obwohl man weiß, dass sie schädlich ist, so schalten wir auch wie von selbst Talkshows und Kochsendungen ein, obwohl wir genau wissen, dass wir eigentlich was besseres mit unserer Zeit anfangen könnten. Schlimmer noch: Wir regen uns sogar über solche Sendungen auf und schimpfen auf die Sendeanstalten, weil sie uns nur Müll servieren. Trotzdem schalten wir nicht ab, sondern schauen gebannt zu.

Doch warum? Was ist an diesem Blödsinn so faszinierend? Was ist an der Super-Nanny so unterhaltsam? Oder am Frauentausch, an den Auswanderern, Rückwanderern und dem Auswanderer-Coach? Sendungen ohne geistigen Anspruch, elektronische Schokolade, die lediglich ein paar Endorphine freisetzt, damit wir uns für  einen Moment lang gut fühlen. Und sonst nichts.

Bingo, könnte man jetzt sagen. Das ist es doch schließlich, was wir von einem Zauberkasten erwarten. Er soll uns glücklich machen - oder auch anders ausgedrückt: uns ablenken, denn die Sache ist doch: Eigentlich finden wir solche Sendungen gar nicht so toll, zumindest nicht in dem Sinne, wie man es uns zu verstehen gibt. Wir finden den geistigen Durchfall aber trotz allem unterhaltsam, weil er unser Leben aufwertet und das ist mitunter kostbarer als jede sonstige Unterhaltung.

Wir sehen wie die Super-Nanny mit irgendwelchen verrückten Bastardkindern fertig wird und freuen uns, dass wir früher nicht so waren und das unsere Kinder garantiert niemals so sein werden. Oder wir sehen beim "Frauentausch" und dem "Einsatz in vier Wänden" wie asozial  sich manche Menschen verhalten und fühlen uns besser, weil wir manieren haben und uns richtig artikulieren können.

Mit anderen Worten: Wir haben eine Vergleichmöglichkeit, die uns ermöglicht das eigene Leben schöner erscheinen zu lassen. Je mehr Schwachsinn im Fernsehen läuft, desto mehr erfreuen wir uns daran, dass unser persönliches Umfeld ganz anders aussieht. Verbunden mit dem Hang zum Voyerismus, der tief in uns steckt, ist dieses Phänomen auf nahezu alle heutigen Fernsehformate übertragbar. Man sieht Menschen dabei zu, wie sie sich zum Affen machen und freut sich innerlich darüber, dass man selbst doch eigentlich ganz zufrieden sein kann - im Vergleich zu den Idioten aus dem Fernsehen.

Sozusagen ist es regelrecht ein Paradoxon, wenn man sich über geistig minderbemittelte Sendungen beschwert, diese aber nachwievor das Programm dominieren. Doch wie soll das auch anders sein, wenn nun mal keiner abschaltet? Die Wahrheit ist: Wir lieben es uns zu beschweren, zu meckern und zu verurteilen. Wir lieben es mit dem Finger auf uns unterlegene Menschen zu zeigen, weil wir genau wissen, dass genauso viele andere auf uns mit dem Finger zeigen. Daher flüchten wir uns liebend gerne in dieses Universum der Dümmlichkeit namens Fernsehen, wo wir uns für eine gewisse Zeit überlegen fühlen und Ankläger und Richter sein können.

Der geliebte Zauberkasten ist daher genauso sehr oder wenig zu verurteilen wie die Tabakindustrie. Es ist der Endverbraucher, der die Zügel in der Hand hält. Die Fernsehmacher haben immerhin keine Verantwortung gegenüber ihren Zuschauern. Es geht nämlich im Endeffekt immer nur ums Geld. Wenn eine Sendung gut ankommt, wir diese weiterproduziert, sonst nicht. Die Frage ist daher lediglich, warum sie gut ankommt und nicht warum sie produziert wird, denn das ist nun mal sonnenklar. Aus diesem Grund hat Marcel Reich-Ranicki in seiner Rede die Falschen angegriffen. Auch wenn somit zumindest mal der Anstoß gegeben wurde, sich mal über das Thema Gedanken zu machen. Doch das ist eigentlich nicht im Sinne des Zuschauers.

Schade.

 

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Eurovision Song Contest: Ein Kommentar  (Kino & TV) Verfasst: Montag, den 26. Mai 2008 03:06

Moderator Thomas Hermanns nannte es nach der Show "die Beleidigung von Belgrad". Der deutsche Beitrag wurde letzter; punktgleich mit dem polnischen und dem englischen. Also dann immerhin der 23. und nicht der 25. Platz. Aber "Beleidigung"? Das impliziert ja im Grunde die Unterstellung, dass man Deutschland aus purer Bosheit keine Punkte gab... Schlimm. Furchtbar. Ein Skandal.

 

Ein Skandal, in der Tat, jedoch in dem Sinne, dass niemand den Mut hatte die Wahrheit zu sagen: Die so im Vorfeld hochgelobten No Angels haben einen, gelinde gesagt, absolut bekackten Auftritt hingelegt: Ein langweiliges Lied, schlecht und teilweise schief gesungen, gepaart mit einer dümmlichen, ausstrahlungsfreien Choreographie. Einfach nur peinlich. Ein Desaster, das sich jedoch bereits beim Vorentscheid abgezeichnet hatte (Ich berichtete).

Die Wahrheit zu leugnen war allerdings nicht genug, verdrehen musste man sie auch noch: Die No Angels waren gut, ich kann das nicht nachvollziehen. Ein guter Auftritt, ich verstehe das Ergebnis einfach nicht. Es war wohl einfach das falsche Lied am heutigen Abend. Wir sind geschockt, weil die Performance einfach gut war.

Beleidigung von Belgrad? Geht's noch? Nein, es war die Blamage von Belgrad, wenn man schon mit Alliterationen um sich werfen möchte.

 

No Angels? No Talent. No Points.

 

Es war dieses Jahr das einzige mal, dass ich mir regelrecht gewünscht habe, Deutschland solle den letzten Platz belegen. Nicht nur, weil der Auftritt so grässlich war, sondern vielmehr, weil mir die unverschämte Arroganz dieser untalentierten Gruppe auf die Nerven ging: Siegessicher zählte man in Interviews und Stellungnahmen die vielen Länder auf, in denen man schon so oft auf Platz 1 der Charts stand, schwärmte von den unzähligen Fans in ganz Europa und verließ sich somit allein auf den Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Über den mittelmäßigen Teilnahmesong wurde jedoch kaum ein Wort gesprochen...

Ja, ich habe mir gewünscht, dass Deutschland aus dem schlechten Endergebnis vielleicht endlich eine Lehre zieht und das ganze Konzept des Vorentscheids überdenkt. Ich finde es sollten grundsätzlich eher unbekanntere Künstler antreten, damit der Grad der Beliebtheit keine Rolle spielt. Es ist doch schließlich absurd zu glauben, dass jemand wie Tommy Reeves eine Chance gegen die No Angels haben könnte, um mal den letzten deutschen Vorentscheid als Beispiel zu nehmen.

Natürlich geht es auch bei dem Vorentscheid um Einschaltquoten und so sind selbstverständlich Künstler am Start, die eine große Fanschar aufweisen können. Kann man das nicht, zieht man automatisch den kürzeren, obwohl man u.U. das bessere Lied hat. Und das rächt sich dann beim großen Wettbewerb, weil die deutschen Zuschauer ihren Teilnehmer nicht nach Talent sondern nach Beliebtheit ausgewählt haben.

 

Wie wäre es z.B. mal mit einer Band wie Masterplan? Oder The Shanes? Stimmungsvolle alternative Musik, mit der man in Europa bestimmt die einen oder anderen Punkte sammeln kann. Und darum geht's doch. Man darf nicht vergessen, dass der Song, den man beim Vorentscheid als Vertreter für sein Land auswählt, nicht einem selbst, sondern in erster Linie allen anderen gefallen muss. Man kann beim ESC immerhin nicht für sich selbst abstimmen...

Es muss sich auf jeden Fall was tun, sonst spricht man 2009, nach der Blamage von Belgrad in diesem Jahr, vom Massaker von Moskau, wenn wer auch immer einen weiteren letzten Platz für Deutschland holt.

 

Wie dem auch sei, Sieger wurde Dima Bilan, der Teilnehmer aus Russland, mit "Believe". Ein netter Song, den ich persönlich zwar ganz oben, aber nicht an erster Stelle gesehen habe. Wobei ich auch sagen muss, dass ich von der Performance leicht abgelenkt war: Ich habe mich an gewissen Stellen immer gefragt, ob der Schlittschuhläufer dem barfüßigen Sänger jeden Moment mit den Kufen die Zehen abschneiden wird (Die Idee mit der kleinen Eisbühne hatte schon irgendwie was).

Mein Favorit für den Sieg stand schon vor langer Zeit fest: Ich hatte prophezeit, dass wir Ani Lorak, die ukrainische Teilnehmerin, als Siegerin feiern werden, allerdings wurde diese "nur" zweite. Nichtsdestotrotz war ich nah dran. Richtig daneben lag ich stattdessen bei den No Angels. Da sagte ich, dass sie wohl irgendwo im Mittelfeld landen werden. Nun ja, direkt nach ihrem Auftritt beim ESC revidierte ich meine Meinung und behauptete, dass sie mit etwas Glück nicht den letzten Platz belegen werden. Tja...

 

Sehr enttäuscht war ich über die Platzierung Kroatiens, dessen Teilnehmer mit einem Tango-Song unheimlich viel Charme versprüht haben und verglichen mit den restlichen Künstlern einen eleganten Stil hatten.

Skurril fand ich dagegen die Franzosen und die Spanier. Der französische Beitrag hatte was von einer Horde Kifferbrüder, die dem Dude (The Big Lebowski) ein ganz besonderes Denkmal setzen wollten, während die Spanier eine unbeschreibliche Mischung aus rappenden Clowns und in den 80ern hängengebliebene Freaks auf einem LSD-Trip ins Rennen schickten. Trotz allem - oder gerade deswegen - waren mir diese Teilnehmer äußerst sympathisch.

 

Positiv hervorzuheben wären von meiner Seite aus auch noch die Beiträge aus Finnland, Serbien und Armenien, auch wenn durchaus fast alle zumindest eine Erwähnung verdient hätten. Allein die Pirates Of The Sea (mit "Wolves Of The Sea") aus Lettland, die mit ihren glitzernden Faschingskostümen den Wettbewerb für ein paar Minuten in eine Après-Ski-Party verwandelt haben, oder die Schwedin Charlotte Perelli, die mich irgendwie stark an ein Alien erinnerte...

 

So oder so, die Show war ziemlich unterhaltsam. Und das hatte nicht unbedingt etwas mit der Tatsache zu tun, dass sich die Merhrzahl der Sängerinnen scheinbar darum gestritten haben wer den kürzesten Rock tragen würde. Wenigstens dabei konnten die No Angels mithalten...

 

;-)

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Das Kind des Teufels  (Kino & TV) Verfasst: Donnerstag, den 13. März 2008 15:37

 

Das Bild mag vielleicht unpassend sein, in Anbetracht der Tatsache, dass ich damit auf das Remake eines einmaligen Film-Klassikers aufmerksam machen möchte: Rosemary's Baby.

 

Die Produktionsgesellschaft Paramount Pictures ist wegen einer Neuauflage von Rosemary's Baby an das Horror Label Platinum Dunes von Regisseur Michael Bay (Transformers) herangetreten. Das Label hat bereits Remakes wie Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre oder The Hitcher realisiert und hat nun diesen absoluten Klassiker an der Angel. Das von Roman Polanski inszenierte Original handelt von einem Pärchen, das in einem New Yorker Apartment einzieht und sich mit einem älteren Nachbarpärchen anfreundet. Als die Frau auf mysteriöse Weise schwanger wird, findet sie heraus, dass die Nachbarn einem Hexenzirkel angehören und dass ihr Mann mit ihnen gemeinsame Sache macht.

(Quelle: moviemaze.de)

 

Ich muss sagen, ich freue mich wie ein kleines Kind, dem man gerade gesagt hat, es bekäme nie wieder Broccoli zum Abendessen vorgesetzt.

 

Ich weiß, es ist "nur" ein Remake und wer mich kennt weiß, dass ich da verdammt anspruchsvoll bin. Warum, sollte klar sein: Remakes sind in den meisten Fällen seelenlose Klone der gefeierten Originale und in den letzten Jahren ist die Kinolandschaft regelrecht mit diesen Zelluloid-Zombies überflutet worden. Angriff der Klonkrieger mal ganz anders...

 

Mein schrecklichstes Erlebnis dieser Art hatte ich zuletzt mit "Pathfinder" (Ich wollte eine Rezension verfassen, doch dann dachte ich mir: Wie soll ich denn bitte eine Tüte Müll beschreiben?). Bei diesem Film musste ich zum ersten Mal mit meiner Müdigkeit kämpfen, obwohl die Kinositze nicht mal sonderlich bequem waren - und ich hatte sogar damals "Titanic" überlebt... In der übrigen Zeit, in der ich wach war, murmelte ich dafür Beschimpfungen in Richtung Leinwand.

Ein Horrorfilm der etwas anderen Art war auch die Neuverfilmung von John Carpenter's "The Fog - Nebel des Grauens". Der einzige Horror, den dieser Film versprühte ging nämlich vom schauspielerischen Talent der Darsteller aus...

 

Wie auch immer, bei Remakes bin ich also verdammt vorsichtig. Doch es gibt auch einige sehr gute ("Kap der Angst", "The Birdcage", "Last Man Standing") und Michael Bay hat zudem mit "The Hitcher" bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist einen Klassiker zeitgemäß neu zu verfilmen. So bin ich bei "Rosemary's Baby" äußerst optimistisch.

 

Hell yeah... Baby!

 

;-)

 

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Neues von Heath Ledger  (Kino & TV) Verfasst: Mittwoch, den 12. März 2008 12:29

Ich dachte ja, dass Batman - The Dark Knight Heath Ledgers letzter Film sein würde, doch bei seinem Tod hatte er an einem weiteren Projekt gearbeitet, das jetzt zu Ende geführt wird.

Es handelt sich dabei um den Fantasy-Film The Imaginarium of Dr Parnassus und laut den neusten Meldungen werden Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law für Heath Ledger die ausstehenden Szenen übernehmen. Klingt zunächst merkwürdig, aber laut Story soll das wunderbar möglich sein.

Hört sich alles sehr vielversprechend an und macht mich ehrlich gesagt verdammt neugierig.

 

Worum es im besagten Film geht:

 

Es dreht sich um Dr. Parnassus (Plummer), der die menschliche Vorstellungskraft auf wunderbare Weise beeinflussen kann: Er zieht mit einer Wanderbühne umher und lässt die Zuschauer Licht und Freude oder Dunkelheit und Schwermut erleben. Doch seine Gabe hat einen Preis. Vor langer Zeit ging er eine Wette mit dem Teufel alias "Mr. Nick" (Waits) ein und gewann Unsterblichkeit. Einige Jahrhunderte später begegnete er jedoch der Liebe seines Lebens und suchte wiederum Mr. Nick auf, um Unsterblichkeit gegen Jugend einzutauschen - dafür soll seine erstgeborene Tochter Valentina (Cole) an ihrem 16. Geburtstag Mr. Nick gehören. Die Zeit ist zu Beginn des Films fast abgelaufen, und Dr. Parnassus versucht verzweifelt, sie zu retten. Schließlich lässt er sich auf eine weitere Wette mit Mr. Nick ein: Wer zuerst fünf Seelen verführt, gewinnt Valentina. Dr. Parnassus verspricht demjenigen, der ihm dabei helfen kann, die Hand seiner Tochter - der Beginn einer absurden, komischen Odyssee mit lauter skurrilen Charakteren.

(Quelle: spielfilm.de)

 

Wer mehr über das Leben und die Filme von Heath Ledger lesen möchte, dem empfehle ich einen längeren Bericht bei kino.de.

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Eurovision Song Contest: Deutscher Vorentscheid, Teil 2  (Kino & TV) Verfasst: Samstag, den 08. März 2008 17:51

Ich lag mit meiner Prognose im letzten Beitrag über den Vorentscheid ja anscheinend goldrichtig: Die No Angels gewannen den Vorentscheid knapp vor Carolin Fortenbacher und vertreten Deutschland beim Eurovision Song Contest. Unverdient.


Zunächst einmal ist der Song "Disappear" kein ernsthafter Siegertitel. Dafür reisst er zu wenig mit. Des weiteren fand ich die Performance unheimlich schlecht. Ich dachte diese Band hätte durchaus viel Live-Erfahrung, stattdessen hatte man zwischenzeitlich das Gefühl abgestochenen Säuen zu lauschen, die ihren Todesschmerz mit musikalischen Einlagen zu überwinden versuchen.

Das mag jetzt übertrieben klingen, aber wenn die Mädels sich beim Contest nicht mehr anstrengen ist der letzte Platz garantiert.

 

Wie auch immer, die No Angels haben meiner Meinung nach nur gewonnen, weil sie nun mal die No Angels sind. Aufgrund des Auftritts hätten sie eigentlich keine Chance auf den Sieg haben dürfen. Ein guter Song allein bringt es eben nicht, wenn er schlecht interpretiert wird.

Insofern hat mir Carolin Fortenbacher etwas Leid getan, denn sie hat eindeutig die beste Leistung gezeigt. über den Song kann man sich streiten, aber er war sehr schön präsentiert und er wäre bestimmt sehr gut im restlichen Europa angekommen.

 

Und die anderen Teilnehmer?

 

Tommy Reeve mit seiner triefenden Schnulze:

Der Witz schlechthin. Sein Ausscheiden belegt eindeutig, dass der Eurovision Song Contest bzw. der Vorentscheid nicht nur von Omas und Homosexuellen angeschaut wird. Diese Zielgruppen hätten ihren Liebling Tommy doch sonst bestimmt zum Sieger gewählt...

 

Marquess:

Ganz nett, aber dieser 08/15 Pseudo-Gute-Laune-Song konnte einfach nicht gewinnen.

 

Cinema Bizarre:

Ehrlich, ich habe schon lange nicht mehr so etwas schwules gesehen wie bei diesem Auftritt. Versteht mich nicht falsch, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass diese Milchmädchenbubis sich versehntlich für den falschen Wettbewerb eingeschrieben haben und eigentlich beim Drag Queen Contest mitmachen wollten.

Der Song hatte auf jeden Fall Potential, aber live gesungen klang er einfach furchtbar. Schade.

 

So wird Deutschland also von den No Angels vertreten... Mein Tipp fürs Endergebnis: Irgendwo im Mittelfeld.

 

Für den Sieg habe ich dieses Jahr den ukrainischen Beitrag im Auge: Ani Lorak mit dem Song "Shady Lady".

 

 

Das ist für mich ein echter Siegertitel. Obwohl ich zugeben muss, dass der irische Teilnehmer, ein Stoff-Truthahn namens Dustin the Turkey, u.U. ein Geheimtipp sein könnte... Lassen wir uns überraschen.

 

;-)

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