Metal? Megadeth? Karneval? Wie passt das zusammen? Und dann auch noch mit dem Song "Crush 'Em"?
*g*
Egal, lasst mich ein wenig über den sog. Weiberdonnerstag berichten, wobei die Betonung tatsächlich auf "wenig" liegt, denn im Grunde hat sich die Situation, zumindest was das Auftreten der holden Weiblichkeit in der Öffentlichkeit betrifft, nicht gegenüber vom Vorjahr verändert:
Nackte Haut wohin man nur blickt. Glaubt mir, mich freut das bestimmt am allermeisten, aber das Ganze ist dennoch mit einem merkwürdig fahlen Beigeschmack behaftet, wenn ich mir nämlich vorstelle, dass an jedem anderen Tag jemand mit einem Kostüm, das nur 20% des Körpers bedeckt, bestimmt Ärger oder zumindest Unannehmlichkeiten bekäme.
Des weiteren umgibt diese Menschen eine beängstigende Fröhlichkeit, die man sonst nicht von ihnen kennt. Das ist selbstverständlich positiv zu werten, aber ich fühle mich dann leicht unter Druck gesetzt ebenfalls freudig erregt durch die Welt zu hüpfen - was aber bei mir jedoch nicht funktioniert:
Meine gute Laune arbeitet nämlich in unregelmäßigen Schichten wobei sie zu bestimmten Anlässen sehr gerne ein paar Überstunden macht, doch leider gehört der Karneval nicht zu solch einem Anlass. Was unter anderem eindeutig mit der Jahreszeit zu tun hat.
Karneval ist eine sehr seltsame Tradition... Menschen verkleiden sich und finden sich plötzlich alle gegenseitig sehr toll. Sie grüßen sich, machen kleine Späße und kommen sofort ins Gespräch. Sie lachen, trinken und feiern zusammen bis das Bewusstsein oder der Geldbeutel nichts mehr hergibt - und es macht ihnen dennoch Spaß.
Ganz ehrlich: Das klingt wundervoll. Dieses Verhalten ist aber im Vergleich zum Rest des Jahres nur eine kleine Stichflamme, die sofort nach den Karnevalstagen wieder in Misstrauen und Schubladendenken erstickt wird.
Das ist einer der Hauptgründe, warum ich mit Karneval nichts anfangen kann: Auf der einen Seite mag ich diese äußerst soziale Atmosphäre, in der anscheinend jeder gleich zu sein scheint, auf der anderen Seite jedoch bin ich mir dessen bewusst, dass es nichts von Dauer ist, wobei ich mich dann gleichzeitig ärgere und frage, warum!
Nicht falsch verstehen, ich möchte auf keinen Fall das ganze Jahr über Umzüge durch die Stadt ziehen sehen oder ständig dieser grässlichen Musik entkommen müssen! Ich rede allein von diesem Gefühl der Gleichheit und Sorglosigkeit, das unter all den bescheurten Kostümen und Alkoholfahnen durchschimmert... Diese Sorglosigkeit, die ich so schön finde, wird aber leidergottes von allzu vielen Menschen dafür missbraucht über ihre eigenen Grenzen zu treten, was in den meisten Fällen all dieses soziale Gefüge, das ich vorhin beschrieben hatte, zunichte macht.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Die Idee des Karnevals finde ich super, aber die Umsetzung ist einfach miserabel. Und daher möchte ich kein Teil davon sein.
;-)




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